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Wie die Zeit vergeht, jetzt ist es schon fast 10 Jahre her, als unser Junior zur Welt kam. Dieses Ereignis wird natürlich groß gefeiert, einmal mit der Verwandtschaft und am nächsten Tag mit einer Horde Kinder im Okidoki Land, dass hat er sich ausgesucht, ich könnte mir schöneres und leiseres vorstellen. Aber gut, das wird bestimmt ein schöner Tag.

KindAn den Tag seiner Geburt denke ich nicht so gerne zurück, weil es alles andere als schön war. Es war ein Montag, alles schien in bester Ordnung zu sein, ich war in der 32 Schwangerschaftswoche, mir ging es gut. Ich muss dazu sagen, dass diese Schwangerschaft schon mit Problemen begonnen hat, ich hatte eine Symphyse, dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Lockerung des Beckens und musste mit einem Breiten Beckengürtel zusammen gehalten werden.

Aber an diesem Montag ging es mir wirklich gut, mein Mann fuhr morgens ins Büro, er sich schon auf die neue Büroeinrichtung gefreut hat, meine zwei Kleinen gingen zur Schule und ich erledigte Hausarbeiten und fuhr zum Einkaufen. Als meine Jungs von der Schule kamen bereitete ich das Mittagessen vor und plötzlich durch fuhr mich ein stechender Schmerz im Beckenbereich und kurz darauf sah ich auch schon die Bescherung, Blut lag auf dem Boden. Ich erschrak und rief sofort nach meinen Jungs, (damals 7 und 10 Jahre) ich rief ihnen zu, sie sollten sofort meine Nachbarin holen. Ich legte mich auf die Couch und rief meine Frauenärztin an, die als erstes sagte ich sollte in die Praxis kommen, oh hab ich gesagt das werde ich wohl nicht schaffen.

Meine Nachbarin rief dann sinnvoller weise einen Krankenwagen und ich informierte meinem Mann, aber mit bedacht, er sollte ja nicht so nicht schnell auf der Autobahn fahren, Männer werden ja schnell etwas hektisch. Ach ja meine Mutter habe ich auch noch angerufen, sie sollte sofort kommen und sich um die Jungs kümmern.

Dann traf auch schon der Krankenwagen ein und die Leute hievten mich auf eine Bare, der Arzt untersuchte mich im Wagen und beschloss ins nahe liegende Krankenhaus zu fahren, wo gegen ich mich aber wehrte, weil es dort keine Kinderklinik gab und ich wollte dann doch lieber in das etwas entfernter Krankenhaus mit Kinderklinik. Dem „Helfer“ gab ich noch mein Handy mit der bitte dran zu gehen und meinem Mann, der zurück rufen wollte, zusagen in welches Krankenhaus wir fahren, dass tat er dann auch.

Während der Fahrt mussten wir immer wieder anhalten, weil es mir immer schlechter ging, aber ganz besonders schlimm war eine Situation. Ich lag flach auf der Bare, links neben mir stand der Notarzt, rechts ein Sanihelfer und über meinem Kopf noch ein Helfer, beim anhalten des Wagens untersuchte mich der Notarzt und ich schaute zufällig nach dem Helfer hinter meinem Kopf, das hat er wohl nicht gesehen, aber genau in diesem Moment machte er eine Kreuzigungs- Bewegung mit seiner Hand, so als wollte er sagen, Das Kind ist Tod.

Sagen konnte ich in diesem Moment nichts, aber ich habe fest daran geglaubt, dass unser Kleiner das schaffen wird. Jetzt wo ich das schreibe, merke ich wie sehr mich das noch berührt.

Im Krankenhaus angekommen, wurde ich regelrecht von der einen Bare auf die andere geschmissen, sofort wurden die Herztöne gemessen, gefühlte hundert Leute standen um mich rum. Endlich traf auch mein Schatz ein, für ihn war das sehr schrecklich, da zustehen, nichts tun zu können, die Ärzte redeten Kauerwelsch, bis einer sagte ich hab keinen Herzschlag mehr.

Der Brutkasten für FrühgeboreneDann ging alles ganz schnell, ich wurde in einen OP Raum geschoben, eine Schwester, streckte meinen Arm aus und band ihn fest, eine andere pinselte meinen Bauch mit Jod ein, alles ging gleichzeitig und so schnell, ich sah noch den Arzt mit dem Skalpell in der Hand, den Einstich der Nadel für die Nakose habe ich nicht mehr gemerkt. Als ich zu mir kam wurde ich aus einem Raum geschoben und ich sah meinen Mann und einen Inkubator in dem ein kleines Wesen lag, so klein, 1590 Gram schwer und 32 cm lang, aber so richtig sehen konnte ich ihn nicht, weil meine Augen immer zu fielen.

Ich wurde in ein Zimmer gefahren und der kleine Mann kam in die Kinderklinik, noch lange musste er über eine Sonde ernährt werden und blieb 6 Wochen länger als ich im Krankenhaus, aber es ging ihn gut und er hatte keinerlei Schäden davon getragen, obwohl sich bei mir die Plazenta, gelöst hat und er mindestens 20 min ohne Sauerstoff Versorgung war. Dafür kann man nur dankbar sein.

Seit ewiger Zeit habe ich an diesen Tag nicht mehr gedacht und bin jetzt umso Glücklicher, dass dieser kleine Fratz 10 Jahre alt wird.

Jetzt werde ich mich um die gewünschten Geburtstags Geschenke kümmern und alles weitere organisieren.